Wir besuchen die Insel Ikaria

Die Insel Ikaria, westlich von Samos, wurde von uns immer gemieden. Sie ist eine rauhe Insel mit sehr hohen Bergen, von denen die Fallböen nur so herunter peitschen und die Liegemöglichkeiten waren in der Vergangenheit für uns Segler äußerst schlecht.Nun wurde aber auf Ikaria eine sogenannte Marina gebaut. Unter Seglern spricht so was ja rum. Da wir zur Zeit alleine an Bord sind, haben wir uns aufgemacht Ikaria zu erkunden, gespannt was uns erwartet.

Draußen auf See hatten wir einen wunderschönen Segelwind mit 15 bis maximal 17 Knoten. Unterhalb von Ikaria peitschten die Böen mit 30 Knoten von den Bergen herunter. Na, das kann ja heiter werden.

Wir fuhren in die neue Marina. Die Böen beutelten uns, alle Schiffe lagen längsseits, wo jetzt hin? Wer sahen auf der rechten Hafenseite noch einen freien Platz. Wir machen durch mehrmaliges Hupen auf uns aufmerksam, damit uns jemand eine Leine annimmt. Kein Mensch zu sehen, entweder war niemand an Bord oser sie haben sich unter Deck verkrochen. Der Wind heult uns um die Ohren. Wolfgang entscheidet kurzerhand an dem freien Platz längsseits zu gehen, ich springe von Bord und nehme unsere Leine an. Da alles so schnell ging, war uns entgangen, dass der Kai sehr niedrig ist und schwarze Gummiwülste am Kai befestigt sind. Somit hatten wir auch gar keine Zeit mehr, unsere Fender tiefer zu hängen mit dem Erfolg, dass der von mir im Frühjahr auf Hochglanz polierte Rumpf an Steuerbord voller schwarzer Streifen war.

Anahita längsseits am Kai

Der gesamte Rumpf voller schwarzer Streifen

In der gesamten Marina sind Vorsorgungssäulen für Wasser und Strom angebracht. Strom haben wir keinen gefunden und Wasser gab es nur an zwei Säulen.

Wolli auf Stromsuche mit seiner „Wünscherrute“

Diese Marina wurde für ca. 9 Millionen Euro errichtet. Im Moment haben in dieser Marina, da man zur Zeit nur längsseits liegen kann, gerade mal maximal 12 Schiffe Platz! Und das alles für 9 Millionen!

Zugegeben, es sollen Moorings gelegt werden, die Mooringblöcke liegen auch schon am Hafenausgang.

Mooringblöcke liegen hier schon.

Für die Nichtsegler:
Es werden Betonblöcke auf den Grund gebracht, daran wird eine Kette befestigt und an dieser Kette wieder eine Leine, mit der man dann das Schiff festmacht. Also Heck zum Kai und am Bug die Mooringleine anstatt eines Ankers.

Nun ein paar Zahlen:
Das Hafenbecken ist ca. 45 Meter breit.
Sollten jetzt die Betreiber links und rechts Mooringplätze vorsehen, dann ergibt sich folgendes Zahlenspiel:
Länge einer Yacht im Durchschnitt 15 Meter
Abstand zum Kai, 1 Meter
Schräg ins Wasser laufende Mooringleine 1-2 Meter
Macht zusammen 17-18 Meter
Das von beiden Seiten macht ca 35 Meter
Bleibt zum Manövrieren noch ein Abstand zwischen den gegenüber liegenden Yachten von max. 10 Metern.
Ohne Dinghy-Hilfe durch einen Mariniero ist dann ein Anlegen bei den Fallböen, die dort herrschen können, sehr schwierig.

Während der Nacht pfiffen uns die Böen um die Ohren und wir haben am nächsten Morgen diesen Hafen fluchtartig verlassen. Uns wird Ikaria nie wieder sehen!

Wieder auf Samos in einer Badebucht habe ich dann erst mal unser Schiff von den schwarzen Streifen befreit.

Mit Schleifpaste und Wachs die Spuren von Ikaria beseitigt!

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