40 Meter Bulgarisches Ausflugsschiff rammt Anahita II

Wir liegen in dem kleinen Hafen Ormos Panagia an der Nord-Ostküste der Sithonia Halbinsel. Unsere Crew unternimmt mit einem Ausflugsboot eine Besichtigungstour zu den Klöstern am Berg Athos. Wir freuen uns auf einen „freien Tag“.

Leider sollte die Ruhe nicht lange anhalten. Wir waren gerade beim Abwaschen des Frühstückgeschirrs als wir in unserem Bulleye etwas großes, weißes auftauchen sehen. Wir stürzen nach draußen und sehen, dass ein etwa 40 Meter langes bulgarisches Ausflugschiff, dass vorher vor Anker lag, neben Anahita längseits am Kai anlegen will. Das Schiff fährt schräg auf den Kai zu, vorne droht es schon mit dem Bug gegen den Kai zu stoßen und hinten ist Anahita quasi im Weg. Das geht nicht gut! Wolfgang springt zum Bug und ich drücke sekundenlang ununterbrochen auf unsere wirklich laute Hupe. Das Ausflugsboot macht keine Anstallten, das Manöver abzubrechen. Geistesgegenwärtig fiert Wolfgang sofort unsere Ankerkette, damit wir zur Seite weg können. Schon streift das Ausflugsboot unseren zweiten Anker am Bugkorb und zieht mit dem Anker eine Schramme in das bulgarische Ausflugsboot. Anahita schwengt zur Seite, nun besteht allerdings die Gefahr, dass wir mit dem Heck gegen den Kai stoßen. Das Ausflugsboot hat unseren Bugkorb mit seinem Heck passiert und schrammt an unserer Scheuerleiste entlang. Nur gut, dass Anahita ein so stabiles Boot mit so einer dicken Scheuerleiste ist. Bei anderen Segelyachten, ich will ja jetzt keine Namen nennen, wäre die Scheuerleiste wahrscheinlich im hohen Bogen davon geflogen. Nachdem das Ausflugsboot dann endlich längsseits am Kai war, kam der „Kapitän“ sofort angesaust und begutachtete sich den Schaden. Es hielt sich noch in Grenzen. Unser Glück war, dass unser Heck durch eine Spring, die ein Fischer gelegt hatte, über die wir uns am Tag zuvor noch aufgeregt hatten, weil sie völlig nutzlos war, gehalten wurde.

Die-Solaria-aus-Varna

 Die Solaria aus Varna, sieht ja auch schon ziemlich verbeult aus!

Vorne-wird-abgehalten

 Mit Manneskraft wird versucht, den Bug des Schiffes vom Kai abzuhalten

Endlich-rutscht-sie-an-der-

Dieses Bild entstand, nachdem sie die Anahita gerammt hatte. Endlich rutscht sie an den Kai!

Hier-hat-sie-uns-gerammt

An der Stelle, auf die Wolfgangs Finger zeigt, hat sie uns gerammt.

Die-Spring-zum-Fischer

Diese Spring des Fischerbootes hat verhindert, dass wir gegen den Kai gestoßen sind, weil Wolfgang den Anker fiern musste.

Der „Kapitän“ des bulgarischen Bootes war eigentlich ganz nett aber so sehr viel Ahnung, wie sich später noch herausstellen sollte, scheint er nicht zu haben. Nach kurzer Zeit hatte Wolli einen „bulgarischen Freund“. Da wir dringend mal wieder Strom brauchten, haben wir ihn dann gefragt, ob er uns etwas Strom geben würde, da er ja den Generator laufen ließ. Wolli hat die Worte kaum ausgesprochen, rannten seine Leute los, kamen mit einer Kabeltrommel und wir mussten noch nicht einmal unser Kabel ausrollen. Die hätten uns jeden Wunsch von den Lippen abgelesen!

Kabeltrommel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „40 Meter Bulgarisches Ausflugsschiff rammt Anahita II

  1. Ohgottohgott – da bleibt einem ja das Herz stehen. Wenn so ein Dampfer mit Power ankommt, braucht man schon eine ganze Menge Glück (oder sinnlose Spring vom Nachbarn) um relativ unbeschadet davon zu kommen. Das ist ja gerade noch einmal gut gegangen.

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