Viel Wind auf Amorgos

Unser erster Törn der Saison von Kos nach Lavrion führt uns quer durch die Kykladen, eine unserer Stationen ist der Hafen Katapola auf Amorgos.  Der Wetterbericht hatte viel Wind vorausgesagt und uns war klar, dass wir hier einen Tag „einwehen“ werden.

Anahita haben wir mit zwei zusätzlichen Springs gegen den Wind gesichert, unser Anker hielt gut, so dass wir ganz entspannt der Dinge harren konnten, die da noch so auf uns zu kommen sollten.

Anahita-Amorgos

Anahita mit drei Leinen gut gegen den Wind gesichert.

Bei anderen Schiffen war die Situation nicht ganz so entspannt, die Hecks rieben schon an der Kaimauer, es wurden Fender zwischen Kai und Heck gepackt. Die Nerven waren auf das Äußerste angespannt.

In dieser Situation kam ein französiches Schiff, eine Sun Fast 37 mit drei Franzosen an Bord in den Hafen. Sie versuchten sich noch zwischen die Schiffe zu drängen, deren Eigener eh schon ziemlich genervt waren. Französisch, Italienisch, Englisch und Deutsch lammentierend und mit den notwendigen Handbewegungen gestikulierend unterstrichen, wurde den Franzosen klar gemacht, dass hier für sie kein Platz mehr sei. Nun stellten sich die Franzosen auch etwas, milde gesagt, ungeschickt an und es dauerte nicht lange, da saßen sie mit ihrem Schiff auch schon auf der Ankerkette einer der Yachten.

Sun-Fast1

Die rechte Yacht, die Sun Fast, hängt auf der Kette der linken Yacht, einer Amel Super Marmamu.

Sun-Fast2

Nachdem sie mit Geschrei und Geschimpfe begleitet wieder von der Kette runter gerutscht waren, fädelten sie mit ihrem Anker dann auch noch die Ketter eben dieser Super Maramu ein. Nach einigen ungeschickten Manövern hatten sie es dann irgendwann geschafft, ihren Anker von dieser fremden Kette zu befreien.

Nun entschließt sich die Crew dieser Yacht an unserer Backbord – Seite anzulegen, hier ist viel Platz, denn hier legt normalerweise die Fähre an. Kaum lag die Sun Fast fest, kam auch schon die Hafenpolizei und gab der Crew zu verstehen, dass dieser Platz für die Fähre frei gehalten werden muss. Also legt die Crew wieder ab. Und nun haben sie gleich den zweiten Preis, obwohl der Wind sie eigentlich von uns weg treiben müsste und der Anker viel, viel weiter links liegt, schaffen sie es nach rechts zu fahren und auch noch unsere Kette zu greifen.

Sun-Fast-unsere-Kette

Da gehört schon was dazu, innerhalb einer halben Stunde zwei fremde Ketten aufzusammeln. Es ist manchmal schon beängstigend, was da auf dem Wasser so alles unterwegs ist. Diese Crew hat dann fluchtartig den Kai verlassen und sich irgendwo anders längseits gelegt.

Aber es sollte ja noch besser kommen, Fortsetzung dieses Nachmittags im nächsten Artikel.

Ein Gedanke zu „Viel Wind auf Amorgos

  1. Ich verstehe sowieso nicht, warum es in griechischen Marinas keine Moorings gibt, damit entfällt dann dieses ständige Geraffel mit den Ankern und unklaren Ketten. Da wird wohl bewusst auf Kosten der Sicherheit gespart, denn solche Situationen hat ja fast jeder schon erlebt. Immerhin konntet Ihr so auch mal Eure Ankerkette weit draußen fotografieren (;-) Ich habe übrigens auch noch ein Foto von Eurer ausgebrachten Ankerkette, da liegt sie aber auf 10m auf dem Grund, brav am Anker wie es sein soll!

    LG und noch viele erfolgreiche Ankermanöver mit der Anahita II!

    Eirini & Mike von der MirenaSari

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